Ihr wollt eure Liebe mit einer Freien Trauung zu feiern? Herzliche Gratulation, das ist eine wunderbare Entscheidung – und das sage ich nur zu 86%, weil ich selbst Freie Traurednerin bin. Damit die Vorbereitung möglichst ohne Nervenzusammenbrüche über die Bühne geht, hier schon mal mein extrem praktisches Hochzeitsgeschenk: ein Spickzettel und eine Checkliste für deine Freie Trauung!

Rechtliches zuerst

Zuerst die harten Facts: Eine Freie Trauung ist eine rein symbolische Zeremonie, die keinerlei rechtliche Auswirkungen hat. Wer vor dem Gesetz verheiratet sein will, muss so oder so (übrigens auch vor einer kirchlichen Trauung) den Gang auf das Standesamt auf sich nehmen. Im Gegensatz zur kirchlichen Trauung kann das bei einer Freien Trauung aber auch nachher passieren – oder gar nicht, wenn euch die Symbolik wichtiger ist als der Wechsel eures Zivilstands.

Wahl des Hochzeitsdatums

Es empfiehlt sich, zuerst ein Datum festzulegen: Nur so könnt ihr weiterplanen und dann die passenden Dienstleister anfragen. Nicht sehr überraschend sind die Monate Mai bis September sehr beliebt. Ich stelle fest, dass die Vorlaufzeit immer länger wird. Bei gewissen Locations muss zwei Jahre im Voraus angefragt werden, um sich ein Datum in der Hochsaison zu sichern. Wobei, das ist nicht nur bei Locations so: Ich werde im Schnitt ein Jahr vor der Trauung angefragt, manchmal auch über eineinhalb Jahre. Also lieber zu früh anfragen, als zu spät. Trick 77: Frei getraut werden kann an einem x-beliebigen Wochentag, auch an einem Freitag, Sonntag oder einem regionalen Feiertag. Und wer sagt denn, dass eine März- oder eine Novemberhochzeit nicht genauso zauberhaft sein kann? Wer nicht lange voraus planen will oder kann, bleibt mit der Wahl von aussersaisonalen Daten maximal flexibel.

Ideen wie du das perfekte Hochzeitsdatum findest.

Um welche Uhrzeit sollen wir heiraten?

Mein liebster Trick für die Berechnung der Startzeit eurer Freien Trauung: Überlegt euch, wann ihr genau mit dem Dinner beginnen wollt, und rechnet von da an rückwärts. Plant genug Zeit für Fotoshootings und Apéro ein, euer Fotograf ist euch hier sicher auch eine grosse Hilfe. Übrigens: Wer mich für eine Freie Trauung bucht, der hat mich an dem Tag exklusiv. Das bedeutet, dass ich euch auch gern morgens nach dem Champagnerfrühstück traue oder abends nach Sonnenuntergang (DAS steht sowieso noch auf meiner Bucket List!)

Heiraten im Freien – oder lieber nicht

Eine Freie Trauung heisst Freie Trauung, weil sie inhaltlich frei ist, nicht weil sie im Freien stattfindet. Nutzt diese Freiheit und sucht euch eine Location, die hundertprozentig zu euch und zu eurer Feier passt. Ein Berggasthaus, ein Maiensäss, ein Schiff, ein Festsaal, eine Bar hoch über der Stadt, eine Burg oder die Wiese hinter eurem Haus: Alles ist möglich. Nur ein wirklich wichtiger Tipp muss sein: Spielt die Wettervarianten im Kopf genau durch. Drei Tage vor der Feier noch hektisch ein überteuertes Zelt bestellen zu müssen, ist kein Plan B, sondern unnötig und anstrengend. Und so sehr wir alle schönes Wetter mögen: eine halbe Stunde in einem dunklen Anzug direkt in der Sonne sitzen zu müssen, ist eine Tortur. Da hilft auch ein hübscher Fächer nicht.

Die Gästeliste

Die Anzahl Gäste gibt euch die Vorgabe für die Location: Brauchen wir Platz für 20 oder 250 Gäste? Üblicherweise wird zur Trauung und zum anschliessenden Apéro grosszügiger eingeladen und dann im kleineren Kreis weitergefeiert. Immer häufiger begleite ich aber Hochzeiten, bei denen von A bis Z die gleichen Gäste anwesend sind. Vorteil: Man muss nach dem Apéro niemanden rauswerfen. Ausserdem ist es bei eher kleineren Gästezahlen  für mich als Traurednerin einfacher, die Gäste mehr in die Zeremonie miteinzubeziehen. Das geht zum Beispiel mit einem Ringwarming, bei dem die Eheringe durch die Sitzreihen wandern und mit Liebe und guten Wünschen aufgeladen werden, oder mit anderen Elementen (die ich natürlich jetzt nicht alle verrate!).

Dekoration und Ambiente

Die Trauung sollte das Herzstück eures Tages sein, schliesslich sagt ihr hier vor all euren Liebsten Ja zueinander. Das sollte sich in der Wahl eurer Location und auch in der entsprechenden Dekoration niederschlagen. Draussen in der Natur zu heiraten, ist der günstigste Weg, eine schöne Kulisse zu schaffen. Aber Achtung: Auch hier rate ich zu einem «Hintergrund» wie einem Baum oder einem Traubogen, damit ihr nicht buchstäblich verlassen in der Landschaft steht. Als bekennender Floristik-Fan kann ich euch sagen, dass Blumen oft den grossen Unterschied machen. Falls das Budget nicht so gross ist: Fragt eure Floristin nach Gestecken, die sich auch gleich als Tischschmuck verwenden lassen. Oder werdet selbst kreativ und experimentiert mit Lichterketten, Ballonen, Papierblumen und so weiter. Die Möglichkeiten sind endlos.

Musik für eine Freie Trauung

Musik ist an einer Freien Trauung unendlich wichtig. Sie transportiert Emotionen, verbindet, erdet und macht besondere Momente noch besonderer. Falls immer möglich, investiert in Livemusik bei eurer Trauung, es lohnt sich wirklich. Musik ab Band ist machbar, aber ich empfehle es meinen Paaren maximal beim Ein- und Auszug: Während einer Trauung wirkt Musik ab Band wie eine Pause. Die Gäste fangen an, miteinander zu tuscheln und ich warte noch darauf, dass Onkel Hans aufsteht und sich ein Bier holt. Und bitte: Wählt Songs, die euch etwas bedeuten oder die euch schlichtweg gefallen, nicht Songs, die «halt zu einer Hochzeit passen». Lasst euch hierzu auch auf meiner Spotify-Playlist inspirieren.

Ablauf und Inhalt der Freien Trauung

Beim Inhalt und Ablauf einer Freien Trauung seid ihr grundsätzlich frei wie zwei Vöglein. Meistens sitzen mir aber eher ahnungslose Paare gegenüber, die froh sind um professionelle Inputs. Kein Wunder, meistens ist es auch ihre erste Heirat. Ich berate gerne und freue mich über jegliche Ideen meiner Paare. Ihr wollt ein chemisches Experiment machen? Eure Ehegelübde im Kopfstand vortragen? Die Ringe von einem dressierten Lama bringen lassen? Ich bin dabei.

Last but not least: Die Auswahl der Traurednerin

Freie Trauungen werden immer beliebter und entsprechend gewachsen ist das Angebot an Traurednern und Traurednerinnen. Wir sind so bunt und vielfältig wie die Farben des Regenbogens: Da gibt es Männer und Frauen, jüngere und ältere Hasen, spirituell Bewanderte oder eher nüchterne Rationalisten, ehemalige Mönche, Pfarrer oder Managerinnen, Stadtpflanzen oder Landeier. Mein Credo: Für jedes Brautpaar gibt es die passende Traurednerin – und die bin nicht zwingend ich. Wenn ihr jemanden findet, der besser zu euch passt, dann freue ich mich ehrlich für euch. Aber wenn es zwischen uns funkt, dann könnt IHR euch freuen: this is where the magic happens!

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